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Kamele sorgten für gute Laune
(Ros) Sie waren die Publikumslieblinge beim Reitturnier auf dem Grevenbroicher Gestüt Gut Neuhaus - die Kamele des Duisburgers Herbert Stein. Seine „Wüstenschiffe“ zogen am Samstag und Sonntag nicht nur mächtig Zuschauer an, sondern sorgten auch für gigantische Stimmung. Diverse Springreiter, darunter die Junior-Chefs von Gut Neuhaus, Frederic und Gilbert Tillmann, kletterten zwischen die Höcker, um sich auf dem Springplatz spannende Rennen zu liefern.
Rund 3000 Zuschauer sahen allein am Samstagabend zu, wie sich die Parcoursspezialisten im Kamel-Sattel schlugen. Frederic Tillmann sorgte gleich im ersten Rennen für Zwerchfellstrapazen, als sein Kamel nur wenige Meter nach dem Start eine Abkürzung entdeckte, die Absperrung der Rennbahn einfach ignorierte und quer über den Platz galoppierte. Allerdings half die Abkürzung nicht - die beiden kamen als letztes Paar ins Ziel.
Nach dem Kamelrennen stiegen die Springreiter dann wieder in ihre gewohnten Sättel - zum Barrierespringen der Klasse S, dem sportlichen Höhepunkt des Turniers neben dem Großen Preis am Sonntagnachmittag. Sechs Sprünge auf gerader Linie hintereinander, jeweils nur durch zwei bis drei Galoppsprünge getrennt, gilt es in einem Barrierespringen zu überwinden. Mit jedem Umlauf werden die Sprünge zehn Zentimeter höher. Es gibt bis zu vier Stechen; Sieger ist, wer am Ende ohne Fehler über die höchsten Sprünge kommt. „Das kostet die Pferde einfach sehr viel Kraft, vor allem je höher es wird“, konstatierte Hofherr Friedhelm Tillmann. „Und die Reiter verlieren schnell den Überblick, weil die Sprünge so schnell hintereinander kommen.“
Viele der 40 Starterpaare mussten diese Erfahrung bereits im ersten Versuch machen. Lediglich drei Paare schafften es in das dritte Stechen, in dem es dann schon über 1,90 Meter ging. Am Ende hatte ein Spezialist die besten Nerven: Sönke Völker (RST Leichlingen) hatte sich mit dem Holsteiner Candiro souverän bis ins dritte Stechen gekämpft. Dort fielen dann aber Stangen. Völker und Candiro hatten einen Abwurf, gewannen aber dennoch das Barrierespringen. Der zweite sportliche Höhepunkt war der Große Preis am Sonntagnachmittag, ein Springen der Klasse S mit Stechen. Wie Samstagabend war auch dann kein freier Platz mehr am Rand des großen Springplatzes auf Gut Neuhaus zu finden - „die Resonanz ist wirklich beeindruckend“, staunte Chef-Organisator Friedhelm Tillmann. Sechs Paare hatten mit einer fehlerfreien Runde im Normalumlauf den Sprung ins Stechen geschafft. Gleich vier kamen aus dem heimischen Kreis-Pferdesportverband. Publikumsliebling Gilbert Tillmann war gleich mit zwei Pferden - Lusedom und Odalco - dabei. Und auch Dennis Tolles (Beide RC Gut Neuhaus) hatte mit Picolo’s Dikkedries eine tolle Runde gedrehte. Dazu gesellte sich noch Marc Boes (RV Joistenhof) auf Carlsgraf. Am Ende machten aber nur zwei den Sieg unter sich aus: Gilbert Tillmann auf Lusedom und die Jülicher Amazone Nathalie Destree-Kradepohl auf Perichole. Weil beide Nullrunden ritten, musste die Stoppuhr entscheiden. Nathalie Destree-Kradepohl und Perichole waren mit 38,52 Sekunden um einen Galoppsprung schneller als Tillmann und sein Lusedom (40,52 Sekunden). Mit seinem zweiten Pferde im Stechen, dem Schimmel Odalco, war Gilbert Tillmann zwar schneller (40,19 Sekunden), doch der Mut zum Risiko hatte ihm auch einen Abwurf eingehandelt. So gab es Silber für Lusedom und Bronze für Odalco. Marc Boes wurde nach einem Abwurf und 40,42 Sekunden mit Carlsgraf Vierter, Dennis Tolles und Picolo’s Dikkedries wurden mit vier Fehlerpunkten und 43,16 Sekunden Sechste.
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Großer Springsport auf Gut Neuhaus
Mit mehr als 1.600 Nennungen für die 3 Turniertage hatte der Veranstalter wahrlich nicht gerechnet. Um dies bewältigen zu können, werden am Freitag und Samstag die Springwettbewerbe parallel an 2 Veranstaltungsstätten auf dem Gelände laufen.
„Das sich unser Turnier einer immer größeren Beliebtheit erfreut, zeichnete sich schon in den letzten Jahren ab. Aber mit soll einem Nennungsergebnis haben wir nicht gerechnet“, so Vorsitzender und Hausherr Friedhelm Tillmann. „Aber wir werden diese Herausforderung meistern, da wir uns auf die tatkräftige Unterstützung unserer Mitglieder verlassen können.“
Der erste Turniertag ist größtenteils den Jungen Pferden sowie den Nachwuchsreitern vorbehalten. Ein ganz besonderes Highlight erwartet die Zuschauer am frühen Samstag Abend mit der Barrierenspringprüfung der Klasse S, für die 40 Reiter gemeldet haben. Darunter natürlich auch der Hausherr und seine Söhne. Krönender Abschluss des Turniers wird am Sonntag die Springprüfung der Klasse S mit Stechen sein.
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