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(Ros) Mit einem spannenden Stechen endete der Große Preis beim diesjährigen Sommerturnier auf Gut Neuhaus in Grevenbroich-Neukirchen. Zehn Paare hatten es in das Stechen der Springprüfung der Klasse S geschafft, mit Franziska Scharrer war auch eine junge Amazone vom RV Wevelinghoven dabei. Sie allein hielt die Neusser Fahnen in der schwersten und mit 3 300 Euro auch höchst dotierten Prüfung des Turniers hoch, nachdem die Lokalmatadoren einer nach dem anderen im Normalumlauf ausgeschieden waren. Auf der braunen Stute Weinfee Warna lieferte Scharrer im Stechen eine gute Leistung ab. Dennoch klapperte es einmal heftig, so dass Scharrer am Ende vier Fehlerpunkte auf dem Konto hatte. Damit landete das Paar auf Rang sieben. Die goldene Schleife holte sich einer, den viele vorher ganz oben auf der Liste hatten: Thomas Weinberg, 21-jähriger Springreiter vom RV Würselen und eine Woche zuvor Vizeeuropameister bei den Jungen Reitern mit der deutschen Equipe in Prag. Der Sohn der bekannten Amazone Helena Stormanns (vorher Weinberg) hatte gleich mit zwei erst siebenjährigen Pferden den Sprung ins Stechen geschafft. Auf dem Schimmel Lancelot deklassierte er dann in der entscheidenden Runde die Konkurrenz. Ungeachtet der Unerfahrenheit seines Pferdes setzte Weinberg zu einem wahren Meisterritt an. Wendungen wie auf dem Tellerrand und eine tolle Linienführung – damit nahm das Paar dem bis dahin führenden Sebastian Otten (RV Hebborner Hof) auf Licapo (40,35 Sekunde) satte drei Sekunden ab. An Weinbergs Zeit von 37,37 Sekunden kam kein anderes Paar mehr heran. Zwar versuchte es der Keppelner Tobias Thoenes auf dem Wallach Romualdo, doch in 40,55 Sekunden war er deutlich langsamer in dem schweren Kurs von Parcourschef Heinz Heuschen unterwegs. So blieb Weinberg unschlagbar und sicherte sich souverän den Sieg, und die Bewunderung der Kollegen. Angesichts seines Meisterritts konnte Karl-Heinz Tillmann, dieses Mal „Zaungast“ und nicht selbst im Sattel, nur staunen: „Der Junge kann reiten, besser als beide Eltern zusammen – einfach unglaublich!“ Zweiter wurde Sebastian Otten, Dritte wurde Weinbergs Vereinskollegin Anna Rees auf Lorelli. Mit seinem zweiten Pferd Baron Cento Heldenlaan wurde Thomas Weinberg zudem noch Vierter, ebenfalls nach einer fehlerfreien Runde.
Fünf Sieger im Barrierespringen der Klasse S Ein weiterer sportlicher Höhepunkt des Turniers war das Barrierespringen der Klasse S am Samstagabend, das jedoch ins Wasser – oder besser – ins Gewitter fiel. Dennoch harten mehrere hundert Zuschauer tapfer unter Regenschirmen und wurden dafür mit hochkarätigem Sport belohnt. Am Ende wurden die Stangen des letztzen Oxers auf stolze 1,90 Meter gehängt. Gleich fünf Paare hatten es in das dritte Stechen geschafft, darunter der Kappelener Dennis Tolles (RC Gut Neuhaus), dem erneut das Kunststück gelang mit zwei Pferd so weit zu kommen. Aufgrund des Wetters und zur Schonung der Pferde verzichteten die fünf jedoch auf ein weiteres Stechen. So wurden fünf goldene Schleifen verteilt. Gleich zwei gingen an Dennis Tolles auf Piccolos Dikkedries und auf Priamos, der von dem Barrensteiner Peter Hoverath gezogen wurde. Außerdem bekam auch noch Rainer Becker (RFV Liedberg) auf Easy Going eine Siegerschleife, ebenso wie Tobias Thoenes (RV von Bredow Keppeln) auf Ratinho und Sebastian Otten auf Licapo.
Im Gegensatz zum Großen Preis behielten die Starter aus dem Rhein-Kreis Neuss in den Springprüfungen der Klasse M die Oberhand. So siegten in der Punktespringprüfung der Klasse M mit Stephanie Rudolph (RC Gut Neuhaus) auf Pluto, Frank Adam (RC Buscherhöfe Büttgen) auf Canthessa und Marcel Schneider (RV Joistenhof Barrenstein) gleich drei heimische Reiter. Und auch im Zwei-Phasenspringen der Klasse M gab es mit Frank Adam und seiner Canthessa sowie Friedhelm Tillmann (RC Gut Neuhaus) auf Pluco wieder zwei siegreiche Lokalmatadoren. Friedhelm Tillmann, Hofherr auf Gut Neuhaus, stieg aber nicht nur in den Sattel, sondern auch auf den Kutschbock – standen doch auf Gut Neuhaus auch einige Fahrprüfungen an. Tillmann siegte dann in der Dressurprüfung der Klasse A für Zweispänner. Das Hindernisfahren entschied der Markus Kemper (Fahrsportfreunde Neuss) für sich, der auch im Hindernisfahren der Einspänner nicht zu schlagen war.
Equistro wieder siegreich Gold auf Schwarz – das macht sich gut. Modische Trends sind aber nicht der Grund warum der Rapphengst Equistro zum Seriensieger in Springpferdeprüfungen avanciert. Der qualitätsvolle Hengst aus dem Besitz von Thomas Hintzen gewann auf Gut Neuhaus erneut die Springpferdeprüfung der Klasse A, mit der Wertnote 8,2. Schon auf dem heimatlichen Joistenhof hatte er mit 8,5 gewonnen. „Er ist und bleibt unverkäuflich“, freute sich der Besitzer über das tolle Abschneiden seines Hengstes.
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